Augenkrankheiten im Überblick

Für die meisten Menschen sind die Augen das bedeutendste Sinnesorgan. Oftmals wird einem erst bewusst, wie wertvoll das Augenlicht ist, wenn es nachlässt oder verloren geht. Aufgrund der demografischen Veränderungen in unserer Gesellschaft mit einer steigenden Anzahl älterer Menschen sind Augenerkrankungen mittlerweile weit verbreitet und stellen eine Volkskrankheit dar. Leider können viele dieser Erkrankungen nur teilweise behandelt werden.

Schnelle Früherkennung

Eine schnelle Früherkennung ist entscheidend für eine optimale Behandlung von Augenerkrankungen. Daher sollten Menschen mit Sehschwächen regelmäßig einen Augenarzt aufsuchen. Dies gilt insbesondere für Personen, bei denen aufgrund genetischer Faktoren ein erhöhtes Risiko für Augenerkrankungen besteht oder bei denen erste Anzeichen einer Sehverschlechterung auftreten.

Symptome von Augenkrankheiten

Es gibt viele verschiedene Arten von Augenkrankheiten, die sich oft durch unterschiedliche Symptome äußern. Während brennende oder juckende Augen nicht unbedingt auf eine schwere Erkrankung hindeuten müssen, können andere Symptome auf ernsthafte und seltene Augenkrankheiten oder häufig auftretende Augenerkrankungen hinweisen.

Lichtblitze

Wenn man Lichtblitze wahrnimmt, ist es besonders wichtig, umgehend einen Augenarzt aufzusuchen, da dies ein Anzeichen für eine mögliche Netzhautablösung sein kann.

Eingeschränkte Sicht

Es ist ebenso wichtig, bei anderen Einschränkungen der Sehfähigkeit oder dem Auftreten von Schattenspielen im Auge sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Trockenes oder tränendes Auge

Das Gefühl eines trockenen oder tränenden Auges ist unangenehm und kann mit weiteren Beschwerden wie Doppelsicht auf Augenerkrankungen hindeuten.

Arten von Augenkrankheiten

Es gibt eine Vielzahl von Augenkrankheiten, die in harmlose und ernsthaftere Erkrankungen sowie Erkrankungen der Augenlider unterteilt werden können. Wenn Symptome auftreten, ist es wichtig, einen Augenarzt aufzusuchen, um festzustellen, ob es sich um eine schwerwiegende Erkrankung handelt. Zu den häufigsten äußeren Augenerkrankungen gehören Bindehautentzündungen und Gerstenkörner, während die häufigsten inneren Augenerkrankungen der Grüne und Graue Star sind.

Daneben gibt es jedoch noch viele weitere Entzündungen und Beschwerden, die beachtet werden sollten. Informieren Sie sich hier über die verschiedenen Arten von Augenkrankheiten und deren Auswirkungen.

augenerkrankungen

Die Katarakt, auch bekannt als Grauer Star, ist eine der häufigsten Augenerkrankungen. Laut einer Quelle von statista.com aus dem Jahr 2013 gibt es allein in Deutschland fast 4,865 Millionen Patienten mit dieser Erkrankung, bei der sich die natürliche Linse des Auges trübt und die Sehqualität deutlich beeinträchtigt. Der Fortschritt der Katarakt ist langsam und erst nach Jahren nimmt die Sehqualität ab. Farben wirken weniger lebendig und es kann ein Schleier über dem Sichtfeld liegen.

In der Regel tritt der Graue Star bei Menschen ab etwa 60 Jahren auf. Allerdings kann er auch durch Diabetes verursacht werden, wie beispielsweise Diabetes mellitus. Die einzige Heilungsmöglichkeit für diese Erkrankung ist eine Kataraktoperation, bei der die natürliche Linse des Auges durch eine künstliche ersetzt wird.

Eine Gruppe von Augenkrankheiten, die zum Absterben der Fasern des Sehnervs führen und den Augeninnendruck sowie die Durchblutung aus dem Gleichgewicht bringen, wird unter dem Begriff „Grüner Star“ zusammengefasst. Das Glaukom gehört mit 970.000 Erkrankten zu den häufigsten Augenerkrankungen in Deutschland (Quelle: bsvsh.org). Da bereits geschädigte und verendete Nervenfasern irreparabel sind, muss das Glaukom möglichst frühzeitig entdeckt werden. Ab einem Alter von 40 Jahren oder bei Vorliegen von Risikofaktoren wie einer Kurzsichtigkeit unter -5 Dioptrien, einer sehr dünnen Hornhaut oder einem hohen Augendruck ist es ratsam, regelmäßige Augenuntersuchungen durchzuführen. Im Falle einer frühzeitigen Diagnose kann die Krankheit durch Medikamente und Therapie gestoppt werden.


Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) führt zu einer Verschlechterung der zentralen Sehschärfe, die bis zum Verlust der Sehkraft führen kann. Insbesondere bei Menschen über 50 Jahren ist dies die häufigste Ursache für schwere Sehbehinderungen. In Deutschland sind etwa 4,2 Millionen Menschen von dieser Erkrankung betroffen. Die Ursachen sind meist auf nicht vollständig abtransportierte Ablagerungen von Abbauprodukten in den Netzhautschichten unter der Makula zurückzuführen.

augenerkrankungen

Die Makuladegeneration kann in eine trockene oder feuchte Form unterteilt werden, wobei etwa 85 Prozent der Betroffenen die trockene Form aufweisen. Diese hat einen langsamen Verlauf und äußert sich durch ein unscharfes, verschwommenes Schriftbild und graue Schatten. Die feuchte Form hingegen hat einen schnelleren Verlauf und führt zu einem verzerrten oder verbogenen Bild. Eine Heilung ist nicht möglich, aber es gibt Möglichkeiten, die Erkrankung zu stabilisieren. Regelmäßige Kontrollen sind besonders wichtig, um frühzeitig behandeln zu können. Bei Risikofaktoren wie Rauchen oder familiärer Vorbelastung sollten die Augen auch schon vor dem 50. Lebensjahr untersucht werden.

Die diabetische Retinopathie ist eine Augenerkrankung, die durch eine Schädigung der feinen Kapillargefäße in der Netzhaut entsteht. Diese Schädigung kann durch Bluthochdruck oder hohe Blutzuckerwerte verursacht werden. Diese Erkrankung ist die häufigste Ursache für Erblindungen in Europa und Nordamerika bei Menschen zwischen 20 und 65 Jahren. Etwa 90 Prozent der Diabetiker zeigen nach einer Krankheitsdauer von 20 Jahren eine Netzhauterkrankung. Im Durchschnitt erblinden 2 Prozent der Diabetiker aufgrund dieser Erkrankung. In Deutschland sind 17 Prozent der Erblindungen auf Augenerkrankungen durch Diabetes zurückzuführen. Es ist daher wichtig, regelmäßige Augenuntersuchungen durchführen zu lassen und die Zuckerkrankheit optimal zu behandeln. Moderne Therapieformen können den Verlauf der Erkrankung verlangsamen oder stoppen.

Obwohl sie vergleichsweise selten ist, zählt die Netzhautablösung aufgrund ihrer schnellen Progression zu den besonders gefährlichen Augenerkrankungen. Jährlich gibt es etwa 8.000 Fälle. Bei dieser Erkrankung löst sich die lichtempfindliche Schicht der Netzhaut von der Aderhaut, welche für die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung zuständig ist. Ohne Behandlung kann dies zu Einschränkungen der Sehkraft und im schlimmsten Fall zur Erblindung führen.

Typische Anzeichen für eine Netzhautablösung sind Lichtblitze im Gesichtsfeld, auch bei geschlossenen Augen sowie das Auftreten vieler kleiner schwarzer Punkte, die sich mit der Zeit zu einem „Vorhang“ verbinden. Das Sehvermögen nimmt in der Folge immer weiter ab. Bemerken Betroffene erste Anzeichen einer Netzhautablösung, sollten sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Eine Behandlung der Netzhautablösung ist durch den Einsatz von Lasertherapie möglich. Alternativ kann auch eine Augenoperation durchgeführt werden, um die Netzhaut wieder anzulegen.

Hierbei handelt sich um eine Gruppe von Augenerkrankungen, die aufgrund von erblichen Genveränderungen auftreten und zum schrittweisen Absterben von Netzhautzellen führen. Dies führt zu einem Verlust der Sehschärfe und der Fähigkeit, das äußere Gesichtsfeld zu sehen. Bei Patienten mit Retinopathia Pigmentosa setzt Nachtblindheit ein, gefolgt von einem Tunnelblick mit einem stark eingeschränkten Sichtfeld und schließlich Erblindung. Etwa 35.000 Menschen in Deutschland sind von dieser Augenerkrankung betroffen, und sie gilt als häufigste Ursache für Erblindung bei Patienten mittleren Alters. Es gibt keine Möglichkeit zur Vorbeugung oder Behandlung von Retinopathia Pigmentosa, die die Erkrankung aufhalten oder rückgängig machen kann.