Augenlasern: Urteile zur Kostenübernahme durch PKV

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Menschen, die an Fehlsichtigkeit leiden, erfahren oft Beeinträchtigungen im Alltag und sind durch ihr eingeschränktes Sehvermögen belastet. Obwohl Brillen, Kontaktlinsen und andere Sehhilfen lediglich die Symptome behandeln, kann eine Augenlasertherapie die Ursache angehen. Die hohen Kosten von 2.000 bis 5.000 Euro für eine Operation beider Augen stellen jedoch für viele Patienten eine erhebliche finanzielle Hürde dar. Personen mit privater Krankenversicherung oder einer Zusatzversicherung sollten prüfen, ob ihre Krankenkasse die Kosten der Augenlaserbehandlung übernimmt.

Laut eines Urteils des BGH vom 28. März 2017 sind private Krankenversicherungen dazu verpflichtet, die Kosten für Augenlaserbehandlungen zu übernehmen. Allerdings berichten viele Versicherte davon, dass ihre Anträge auf Kostenerstattung zunächst abgelehnt werden. Begründet wird dies oft damit, dass die medizinische Notwendigkeit nicht gegeben sei, da die Fehlsichtigkeit durch eine Brille oder Kontaktlinsen korrigiert werden könne oder die Fehlsichtigkeit zu gering sei. In solchen Fällen denken manche Versicherte darüber nach, gerichtlich vorzugehen, da es inzwischen eine wachsende Anzahl von Gerichtsurteilen gibt, die den Patienten zugunsten ausgefallen sind. Nachfolgend finden Sie eine Zusammenstellung einiger solcher Urteile zur Kostenübernahme bei Augenlaserbehandlungen. Bitte beachten Sie, dass diese Informationen nicht als rechtliche Beratung zu verstehen sind. Wenn Sie darüber nachdenken, eine Augenlaserbehandlung von Ihrer privaten Krankenversicherung bezahlen zu lassen, finden Sie unten einige nützliche Tipps.

PRV: Urteile zur Kostenübernahme beim Augenlasern

In den letzten Jahren hat die Anzahl von Gerichtsurteilen zugenommen, bei denen Patienten mit einer privaten Krankenversicherung ihre Krankenversicherung auf Übernahme der Kosten für eine Augenlaserbehandlung verklagt haben. Während in der Vergangenheit häufig zugunsten der Versicherung entschieden wurde, hat sich diese Tendenz inzwischen geändert. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht von Gerichtsurteilen zur Kostenübernahme für Augenlaserbehandlungen durch private Krankenversicherungen.

Gemäß einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 28.03.2017 handelt es sich bei Fehlsichtigkeit ab einem Dioptrienwert von -3 und -2,75 um eine Krankheit, für deren Behandlung eine private Krankenversicherung unter bestimmten Bedingungen die Kosten für eine Augenlaser-Behandlung übernehmen muss. Die Gerichte betonten, dass das Tragen von Brillen oder Kontaktlinsen keine Heilbehandlung darstellt und die medizinische Notwendigkeit einer Augenlaser-Behandlung nicht aufgrund der Verfügbarkeit von Sehhilfen verneint werden darf. Ein Rechtsstreit zwischen einer Patientin, deren Kosten für eine LASIK-Behandlung in Höhe von 3.500 Euro von ihrer PKV abgelehnt wurden, wurde an das Landgericht Heidelberg zurückverwiesen.

Ein Versicherungsnehmer mit einer Fehlsichtigkeit von -0,5 und -0,75 Dioptrien hatte eine LASIK-Operation durchführen lassen und die Rechnung bei seiner privaten Krankenversicherung eingereicht. Die Versicherung hatte den Antrag auf Kostenübernahme abgelehnt, da aus ihrer Sicht keine Krankheit vorlag und die Fehlsichtigkeit zu schwach ausgeprägt war. Der Versicherte klagte und das Amtsgericht Schwabach gab ihm Recht: Die Fehlsichtigkeit stelle eine Abweichung von der Normalsicht dar und die LASIK-Operation sei eine Heilbehandlung, da sie die Fehlsichtigkeit lindere. Die Versicherung wurde zur Kostenerstattung verurteilt.

Um eine Augenlaser-Behandlung von privaten Krankenversicherungen erstattet zu bekommen, müssen zwei wichtige Voraussetzungen erfüllt sein. Zum einen muss die Fehlsichtigkeit als Krankheit anerkannt werden, was auch bei geringen Abweichungen von der Normalsichtigkeit der Fall ist. Dies entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe in einem Urteil (12 U 4/08) vom 03.10.2009. Zum anderen muss die gewünschte Behandlung eine Besserung der Krankheit bewirken können, was bei einer Augenlaser-Behandlung gegeben ist.

Zusammenfassung: Private Krankenversicherungen müssen gemäß einem Urteil (18 C 45/07) des Amtsgerichts Göttingen vom 04.06.2008 die Kosten für LASIK-Behandlungen übernehmen. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass Kurzsichtigkeit als Krankheit anzusehen sei und die Behandlung daher eine medizinisch notwendige Heilbehandlung darstelle. Die Versicherung müsse gemäß den Versicherungsbedingungen die Kosten tragen. Die LASIK-Behandlung sei ein seit Jahren wissenschaftlich anerkanntes Verfahren zur Behandlung von Fehlsichtigkeit, entgegen der Auffassung der Krankenversicherung. Das Urteil wurde vom Landgericht Göttingen bestätigt.

Ein Versicherter der Nürnberger Krankenversicherung AG, der unter Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmung litt und im Alltag unter Müdigkeit, trockenen und brennenden Augen litt, wurde die Kostenübernahme einer LASIK-Operation verweigert. Er ließ den Eingriff trotzdem durchführen und klagte auf Erstattung der Kosten. Das Gericht entschied zugunsten des Patienten und verurteilte die Versicherung zur Kostenübernahme, da die LASIK-Operation medizinisch notwendig war, da es sich um eine Krankheit handelte. Die Kasse hatte argumentiert, dass ein refraktiver Eingriff nicht zum Leistungskatalog gehöre, eine Therapie mit Brille und Kontaktlinsen aber schon.

In einem Urteil (2 S 17/05) vom 05.10.2006 hat das Landgericht Dortmund entschieden, dass eine private Krankenversicherung die Kosten einer LASIK-Operation erstatten muss. Eine kurzsichtige Versicherte trug harte und weiche Kontaktlinsen, was zu einer Entzündung der Hornhaut führte. Nach einer durchgeführten LASIK verklagte sie die Krankenkasse auf Erstattung von 4.500,91 Euro. Die Krankenkasse lehnte die Kostenübernahme ab, da ihrer Meinung nach die Leistungen des Augenlaserzentrums nicht erstattungsfähig seien und die Fehlsichtigkeit der Versicherten nicht als Krankheit gelte, da eine Brille ausreichend sei.

Das Amtsgericht wies die Klage zunächst ab, da die Behandlung nicht medizinisch notwendig sei und eine Brille zur Korrektur ausreichend sei. Die Versicherte legte Berufung beim Landgericht ein, das entschied, dass die Versicherung die Kosten erstatten muss. Die Behandlung fand durch den niedergelassenen Arzt statt, daher sei es unerheblich, ob sich das Augenlaserzentrum als Institut bezeichne. Die Fehlsichtigkeit sei eine Krankheit, da sie ein anormaler Körperzustand sei, und da die Versicherung die Kostenerstattung von Brillen und Kontaktlinsen anbot, sei auch ihre Auffassung nicht ernsthaft in Frage gestellt. Das Landgericht stufte die LASIK als Heilbehandlung im Sinne der vereinbarten Bedingungen ein.

Fazit zur Kostenübernahme von Augenlasern durch PKV

Wer als privat versicherter Patient eine Augenlaser-Behandlung in Erwägung zieht, sollte sich zuerst ein Angebot eines niedergelassenen Arztes einholen und dieses bei der Krankenkasse einreichen, um eine (anteilige) Kostenübernahme zu beantragen. Sollte die Versicherung die Übernahme ablehnen, kann es sich lohnen, sich an einen spezialisierten Fachanwalt zu wenden, den Kliniken und Ärzte häufig empfehlen können. Inzwischen erkennen immer mehr Krankenversicherungen die Vorteile einer Augenlaser-Operation an, da dadurch langfristig keine Kosten mehr für Brillen oder Kontaktlinsen anfallen. Allerdings bleibt die Entscheidung über eine Kostenübernahme letztendlich im Ermessen der jeweiligen Krankenkasse.